Justizvollzugsanstalt Siegburg:  Erster Weltkrieg

 

Erster Weltkrieg

Festungsgefangene und von Kriegsgerichten Verurteilte sitzen in Siegburg ein
Hafthauszentrale Hafthaus Zentrale früher auch bezeichnet als Stand
Quelle: JVA Siegburg

Während des Ersten Weltkrieges dient das Haus I außer zur Vollstreckung von Gefängnisstrafen an deutschen Gefangenen der Unterbringung von Festungsgefangenen. Außerdem sind in dieser Zeit von Kriegsgerichten verurteilte Gefangene, weibliche in Haus II und männliche in Haus I, aus Belgien und Frankreich in Siegburg untergebracht. Nach dem Einmarsch der Alliierten in das Rheinland 1918 wird Haus I von den Engländern beschlagnahmt und als Kaserne genutzt. In Haus II verbüßen männliche Gefängnisgefangene ihre Strafen.


 

 

Anmerkung:
Festungshaft war bis 1945 eine im Strafgesetzbuch definierte besondere Form der Freiheitsstrafe. Festungshäftlingen billigte man eine ehrenhafte Gesinnung zu. Die Festungshaft wurde daher auch als Ehrenhaft bezeichnet. Sie war eine custodia honesta (lateinisch: nicht entehrende Strafe) ohne Arbeitszwang. Sie ersetzte sowohl Zuchthaus als auch Gefängnis und wurde vorwiegend gegen Angehörige höherer Stände, bei politischen Straftaten oder gegen Duellanten verhängt.

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