evangelische Seelsorger Jens-Peter Preis Der ev. Pfarrer Jens-Peter Preis bei der Predigt.
Quelle: JVA Siegburg

Am 29. Januar 2016 wurde der evangelische Seelsorger Jens-Peter Preis von seinen Pflichten in der Justizvollzugsanstalt entbunden.

Die Justizgemeinde, die Bediensteten, Familienangehörige, Mitglieder der ev. Schwestergemeinde auf dem Brückberg, ev. Seelsorger aus dem Rhein Sieg Kreis, Seelsorger aus der Justiz, Ehrenamtler/innen, Mitglieder des Beirates der JVA Siegburg und der Bundesvorstand der Evangelischen Konferenz für Gefängnisseelsorge in Deutschland waren angereist um den Abschied im Rahmen eines Gottesdienstes mit zu Feiern.

Die Predigt des Gottesdienstes bezog sich auf die Lesung "Das Gleichnis von der Aussaat" aus dem Lukas-Evangelium. Das Gleichnis erzählt von einem Mann und seiner Arbeit. Pfarrer Preis schilderte, dass er sich jetzt so fühle wie Jesus der zurückschaut über die Schulter. Seine Aussaat seien die Worte gewesen. Saat kann zertreten werden, verdorren, erstickt werden von Disteln, aber auch auf fruchtbaren Boden fallen und aufgehen. Das Saatgut des Seelsorgers sind die Guten Worte.

Ein wichtiger Teil der Arbeit als Gefängnisseelsorger ist das zuhören und Jesus ruft am Ende des Gleichnisses aus "Wer Ohren hat soll gut zu hören!"

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Seelsorge kontra Sicherheit

Der Anstaltsleiter hob ab auf die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit Herrn Pfarrer Jens- Peter Preis und hätte sich gewünscht die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen.

Die gesamte Rede zum Abschied von Herrn Preis als Audiodatei.

Den Gottesdienst gestalteten Herr Preis und seine Kollegin in der ev. Seelsorge Frau Knaak-Sareyko zusammen mit dem Superintendent Reinhard Bartha. Der Superintendent gab Pfarrer Preis seinen Segen und entpflichtete ihn von seinem Amt in der JVA. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst am Klavier von Sebastian Sell und dem Duo Horizonte.

Nach dem Gottesdienst gab es die Gelegenheit für die Gäste noch das Wort an Herrn Preis zu richten. Den Anfang machte der Anstaltsleiter Herr Wolfgang Klein. Dieser bedauerte das Pfarrer Preis nach nun fast 8 Jahren der gewachsenen vertrauensvollen Zusammenarbeit die Anstalt verlässt. Inhaftierte dankten dafür, dass er immer ein offenes Ohr für sie gehabt habe. Der Bundesvorstand der ev. Seelsorger erinnerte an gemeinsame Arbeit und Wege. Alle Bedauerten den Weggang aus der Seelsorge im Justizvollzug, wünschten ihm aber viel Freude nach seinen "Seitenwechsel" an der neuen Aufgabe als Seelsorger bei der Bundespolizei in NRW. Pfarrer Preis war sichtlich berührt. Er sagte, dass er "seine Kirche" in der JVA Siegburg vermissen werde, zumal er in seinem neuen Amt keinen eigenen Kirchenraum mehr habe.