Justizvollzugsanstalt Siegburg:  Fotoausstellung über das Leben hinter Gittern

 

Wie es wirklich ist

Fotoausstellung über das Leben hinter Gittern
 

Das Leben hinter Gittern mit seinen Licht- und Schattenseiten war das Thema der Fotoausstellung  "Wie es wirklich ist"

Am 5. April 2013 von 15:30 bis 19:00 Uhr war diese in der Justizvollzugsanstalt Siegburg  zu besuchen. Gestaltet wurde die Ausstellung von jungen Strafgefangenen.  Der ungewöhnliche Ort für eine Ausstellung machte so viele Menschen neugierig, dass längst nicht alle Besucherwünsche von Einzelpersonen  und Besuchergruppen erfüllt werden konnten.

Im Kirchenraum von Haus 2, die zuvor von ihren Bänken befreit wurde,  sind  die Ergebnisse des Fotoprojektes, auf 70 Meter Fahnenstoff gedruckt präsentiert worden. 70 Meter, die dem Betrachter eine Welt aus Licht und Schatten zeigten. Eine Schattenwelt, die in verschiedenen Fotoszenen und geschriebenen Texten die Gedankengänge der Gefangenen wiederspiegelten und unterschiedliche Handlungsstränge aufzeigten, die vom Leben hinter Gittern erzählen. Was passiert, wenn die Freundin beim Besuch „Schluss macht“? Dieses Thema hatten die Gefangenen als Inhalt gewählt.

Die Ausstellungsbesucher konnten natürlich nur ansatzweise die Emotionen und Gefühle der Ausstellungsmacher nachvollziehen. Aber der Ort Haftanstalt, mit seinen nach außen sichtbaren und fühlbaren Einschränkungen ließ die Besucher erahnen, was es heißt, auf Zeit hinter Gittern leben zu müssen. Um die Eindrücke der Bilder zu verstärken, hatten die Gefangenen ihre Gedanken und Gefühle in Worte gefasst, die sie zu ihren Bildern vortrugen.

Unter die Betrachter der Ausstellung mischten sich „lebendige Bücher“. Die „lebendigen Bücher“ stellten sich den Fragen der Besucher. „Lebendige Bücher“ stand  geschrieben auf breitem Kreppband, aufgeklebt auf der Kleidung der Projektteilnehmer. Die „lebendigen Bücher“ berichteten von ihrer mehrmonatigen Arbeit an dem Projekt, den Schwierigkeiten alles für ein bestimmtes Bild stimmig zu komponieren, von ihrer gemeinsamen Arbeit als Gruppe. Sie erzählten von dem Moment, als sich die Geschichte auf einmal unterschiedlich entwickelte, der gleiche Anfang, aber dann unterschiedliche Storys von Niedergeschlagenheit, Aggression, Gefühlschaos oder aber Hoffnung und Zuversicht. Die Vernissage wurde abgerundet durch musikalische Darbietungen der Projektteilnehmer.

Die Veranstaltung entließ die Besucher  mit ganz neuen Eindrücken über die Haftbedingungen und was Haft bei jungen Männern bewirkt.  Geleitet wurde das Projekt von der evangelischen Seelsorgerin Frau Angelika Knaak-Sareyko unter der Mitwirkung durch Frau Kordula Lobeck de Fabris vom Verein „Unter Wasser Fliegen“. In das Projekt eingebunden war auch die angehende Sozialpädagogin Frau Gina Goonewardena, die viel Zeit in die Arbeit mit den Gefangenen investierte, sie in der Textarbeit begleitete,  und die die Gefangenen bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützte. Bei der Erstellung der Rap’s  half Herr Semjon Lehleitner. Es war eine rundum gelungene Vernissage, die von noch viel mehr Besuchern hätte angesehen werden wollen.

Das Internetportal www.Knastkultur.de berichtet über die Ausstellung


 

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