Justizvollzugsanstalt Siegburg:  Aufgaben des Sozialdienstes in der Sozialtherapie

 

Aufgaben des Sozialdienstes in der Sozialtherapie

Sozialtherapeutische Behandlung findet in Wohngruppen statt

Die sozialtherapeutische Behandlung bzw. Motivationsarbeit findet im Rahmen einer Wohngruppe statt, auf der 10 bis 15 Inhaftierte untergebracht sind.

Die Leitung der Wohngruppe obliegt einem/einer Sozialarbeiter/in. Zu den Leitungsaufgaben gehört die Abklärung, Entscheidung und Koordinierung von organisatorischen Fragen und Anliegen innerhalb der Wohngruppe sowie die Durchführung der wöchentlich stattfindenden Wohngruppensitzungen.

Neben den bereits genannten allgemeinen Tätigkeiten des Sozialdienstes ist der Sozialdienst in die Behandlung und Motivationsarbeit mit eingebunden. Der Sozialdienst bietet gemeinsam mit dem psychologischen Dienst und dem allgemeinen Vollzugsdienst Behandlungsgruppen an.

Während auf der Behandlungsstufe II die deliktspezifische Gruppenarbeit wie z. B. das Behandlungsprogramm für inhaftierte Gewaltstraftäter (BIG) und das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS) ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung darstellt, um im Rahmen der Gruppenarbeit u. a. einen Rückfallprophylaxeplan zu entwickeln, werden auf der Motivationsabteilung Gruppenangebote mit deliktunspezifischen Themen wie Umgang mit Gefühlen, Erlernen von Problemlösefertigkeiten usw. angeboten. Diese Gruppen finden in Anlehnung an das DBT-F(Dialektisch-Behaviorale-Therapie Forensik) und das Reasoning & Rehabilitation Programm statt.

Die Gruppenarbeit wird durch Einzelgespräche begleitet und ergänzt. Im Rahmen der Einzelfallarbeit wird u. a. auch das soziale Umfeld des Inhaftierten mit einbezogen, um die Beziehungsqualität der bestehende Beziehungen kennenzulernen und abzuklären inwieweit förderungswürdige oder -unwürdige Kontakte bestehen. So können z. B. Sonderbesuche zur Festigung der sozialen Kontakte in Begleitung des Sozialdienstes stattfinden. Durch die regelmäßige Teilnahme an den Vollzugs- und Behandlungskonferenzen, den Teambesprechungen usw. ist ein kontinuierlicher, interdisziplinärer Austausch gewährleistet.

Die Qualität der Behandlung wird durch die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen und durch eine regelmäßig stattfindende Supervision erhöht.


 

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